HILFE IN DER NOT

VERHALTEN BEI DROHENDER INOBHUTNAHME.

  1. Ruhe bewahren

  2. NICHTS UNTERSCHREIBEN! → OHNE BESCHLUSS = KEINE INOBHUTNAHME → bei Versuch ohne Beschluss: POLIZEI ANRUFEN!

  3. Nach Möglichkeit: ZEUGEN BESORGEN / HERANZIEHEN

  4. Anwalt für Familienrecht kontaktieren

ALLGEMEINE TIPPS UND INFORMATIONEN.

  • oftmals wird vor einer Inobhutnahme (§42 SGB VIII) keine Gefährdungsanalyse bzw. Risikoanalyse nach §8a durch das zuständige Jugendamt vorgenommen, weswegen die Inobhutnahme dann automatisch rechtswidrig ist → folgende Informationen muss das Protokoll enthalten:


- die Namen aller Anwesenden mit ihrem Posten und Funktionen
- welche konkreten Vorwürfe das Jugendamt einem macht
- auf wen oder was beruft sich das Jugendamt
- wurde die Gefährdungslage mit den Eltern erarbeitet?
- welche Hilfe wurde im Vorfeld angeboten?
- die Erklärung, dass notwendige Hilfe akzeptiert wird
- Datum und Unterschrift der Betroffenen und Zeugen

→ „eigentlich“ sollten im Anschluss dieser Analyse dann die Sorgeberechtigten zum
Gespräch dazu geholt und mit ihnen das Ergebnis der Analyse besprochen werden und im Anschluss das Protokoll von allen Beteiligten unterschrieben werden

 

  • der angeblich freiwillige Antrag auf Hilfen zur Erziehung ist keine (!!!) freiwillige Maßnahme, denn sobald man diese „freiwillige“ Maßnahme widerruft, wird ein Verfahren beim Familiengericht eingeleitet und in der Regel beantragt das zuständige Jugendamt per einstweiliger Anordnung den Entzug der elterlichen Sorge und die Personenfürsorge des minderjährigen Kindes auf einen Vormund beim Jugendamt zu übertragen → in der Regel unterschlägt das Jugendamt die zweite Seite eines solchen Antrags (nach Widerruf erfolgt eine Prüfung, ob das Kind in die Familie zurückgeführt werden kann)
     

→ Worst Case ist also, wenn man einen Antrag auf Hilfen zur Erziehung unterschrieben hat, um das Kind zum Beispiel „vorübergehend“ in Kurzzeitpflege oder in eine stationäre Jugendhilfemaßnahme zu geben

 

  • eine Inobhutnahme sollte IMMER das letzte Mittel sein, d.h. im Vorfeld müssen Hilfen angeboten werden → oberstes Ziel ist IMMER die Rückführung in die Herkunftsfamilie

  • die Jugendamtsakte muss nummeriert sein und auf „Lückenfüller“ achten

  • generell keine Hilfegesuche ans Jugendamt stellen, sondern an alternative Stellen (z.B. Sozialassistenz Düsseldorf) oder Protokoll führen und die Familienhilfe des Jugendamtes nach jedem Einsatz das Protokoll unterschreiben lassen

  • therapeutische Maßnahmen nicht ans Jugendamt melden

  • bei Problemen mit dem Jugendamt (aber noch keinem anhängigen Verfahren) an eine Ombudsstelle (z.B.: Ombudschaft Jugendhilfe NRW e.V.) wenden

  • nach jedem Hilfeplangespräch die Notizen des Mitarbeiters vom Jugendamt zur Kenntnisnahme reichen lassen

  • bei laufenden Verfahren: alle relevanten Informationen (Umzug, HPG Termine, Umgangstermine etc.) dem zuständigen Richter separat mitteilen → Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

  • Kooperation mit der Verfahrenspflegerin (Anwalt des Kindes) ist absolut wichtig!

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