Anstieg von Kindesmisshandlungen im Lockdown: Öffnet die Schulen und Kindergärten!

Gemeinsam mit dem NRW-Landesvorsitzenden Marcel Stratmann der Familien-Partei-Deutschlands hat der Verein Kinderseelenschützer e.V. einen Zustandsbericht zu den Folgen des Lockdowns verfasst, um auf die Gefahren während des Lockdowns für unzählige Kinder und Jugendliche aufmerksam zu machen. Der Bericht gibt eine Übersicht über die derzeitige prekäre Lage für die Kinder und Jugendlichen in Deutschland und enthält eine klare Forderung, die Schutzräume für die Kinder mit sofortiger Wirkung zu öffnen.


In Zusammenarbeit mit dem Kinderseelenschützer e.V. hat sich der Kommunalpolitiker und Landesvorsitzender der Familien-Partei Deutschlands in Nordrhein-Westfalen Marcel Stratmann ein ganz besonderes Thema zur Aufgabe gesetzt.


Kindesmisshandlungen mögen in der Gesellschaft ein Tabuthema sein, doch für uns ist dieser Aspekt keine Ausrede. Wir haben als verantwortliche lange genug geschwiegen. Der Deutsche Kinderverein hat schon im ersten Lockdown 2020 vor den sozialen Folgen eines Lockdowns für Kindertageseinrichtungen und Schulen gewarnt. Meistens passiert eine Misshandlung hinter verschlossenen Türen, fernab von der Öffentlichkeit. Die Täter sind in der Regel Familienmitglieder wie (Stief)-Väter, Großeltern, Geschwister oder (Stief)-Mütter.

Auch der Kinderseelenschützer e.V. macht regelmäßig auf die schwerwiegenden Folgen von Kindesmisshandlungen auf ihrer Facebook-Seite aufmerksam. In Deutschland stirbt alle drei Tage ein Kind an körperlicher Misshandlung, so eine Schätzung des Deutschen Kindervereins. Auch emotionale und sexuelle Gewalt, sowie Vernachlässigung sind bei der Thematik Kindesmissbrauch keine Unbekannten.


Schon bei der Verkündigung der Corona-Maßnahmen kam die Sorge auf, dass die Pandemie die Situation in den Familien verschärfen könnte. Durch diese Maßnahmen wird den Kindern ein Zufluchtsort genommen, denn die Kindertagesstätten und Schulen mussten während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 wochenlang geschlossen bleiben. Die meisten Familien saßen oft auf engem Raum zusammen, die Hutschnur wird bei anhaltendem Stress immer kürzer. Natürlich kann man nicht mit einer 100 prozentigen Gewissheit sagen, dass bei allen Familien die Tendenz für (mehr) Gewalt auftreten wird bzw. aufgetreten ist.


Wir nehmen unseren Kindern in Deutschland den Schutzraum, einen Schutzraum der notwendig ist für unsere schwächsten Mitglieder in der Gesellschaft. Alleine die Kinder aus wirtschaftlich schwachen Strukturen die, auf die Versorgung in den Kindertageseinrichtungen und Schulen angewiesen sind, bekommen aktuell möglicherweise keine regelmäßige warme Mahlzeit zum Essen, weil die Eltern durch den Lockdown in weitere Probleme gleiten durch z.B. Kurzarbeit und Jobverlust. Die finanzielle Lage in den Familien wird auch weiterhin prekär sein, die Kinder leiden aktuell am meisten unter den Folgen der Maßnahmen.


In einem persönlichen Telefonat mit Dennis Engelmann (Vorsitzender der Kinderseelenschützer e.V.) wird deutlich wie prekär die Situation der Kinder ist. Herr Engelmann macht auf die Situation aufmerksam, dass die Schutzräume für Kinder sofort wieder geöffnet werden müssen. Vielen Kindern fehlt es an sozialen Kontakten und an Kontrollen durch die Pädagogen. Schon jetzt erhalten die fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinderseelenschützer täglich Anrufe und E-Mails. Die Versorgung mit einer warmen Mahlzeit am Tag ist seit der Schließung der Schulen und Kindertagesstätten nicht mehr gewährleistet, bei einigen Familien wird vermutet, dass die Kinder aus wirtschaftlich schwachen Verhältnissen auf eine warme Mahlzeit nunmehr verzichten müssen.


Alleine die Tatsache, dass die Bundesregierung wieder zur Schließung der Kindertagesstätten und Schulen aufgerufen hat, wird mit sehr viel Unmut betrachtet. Die Maßnahmen sind am Ziel vorbei geschossen. Es wurden Hygiene- und Sicherheitskonzepte erstellt, die Einrichtungen waren auf die Situation sehr gut vorbereitet. Wir brauchen dringend wieder eine Präsenzpflicht an den Schulen, die Kindertagesstätten müssen ab sofort wieder vollständig und flächendeckend geöffnet werden.


Dafür appellieren wir gemeinsam an die Bundesregierung, auch wenn die Schulen nicht den Regelbetrieb wieder einführen, so muss ein Hybridmodell gestartet werden. Dadurch werden die Schutzräume für Kinder und Jugendliche wieder geöffnet.


Home-Schooling und Home-Office


Bereits im letzten Lockdown wurde durch die Bundesregierung beschlossen, dass so viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wie möglich ins Home-Office geschickt werden sollen. Genauso wurde es bei den Schülerinnen und Schülern gehandhabt, doch was bedeutet das für die Eltern und Kinder Zuhause?


Die Familien hocken 24 Stunden am Tag aufeinander, der Geduldsfaden ist dabei leicht zu reizen. Kinder und auch Erwachsene können bei “Nicht”-Auslastung schneller gereizt reagieren als sonst. Mal eben die Kinder auf den Spielplatz schicken - keine Chance, denn die Arbeit muss von Zuhause aus erledigt werden. Wir brauchen in Deutschland schnellstmöglich einen “Normal”-Betrieb oder einen sogenannten Hybrid-Betrieb.


Hilfetelefone und Beratungsangebote


In einem Beitrag der RND wird erwähnt dass die Anrufe bei den sogenannten Hilfetelefonen im Zeitraum zwischen März und Oktober letzten Jahres zugenommen haben. Im Jahr 2019 wurden rd. 2500 Anrufe dokumentiert, diese stiegen im Jahr 2020 auf insgesamt 5700 an (inkl. Anrufversuche). Alleine in Berlin wurde im ersten Quartal 2020 ein Anstieg von Gewalttaten im häuslichen Umfeld verzeichnet. Das Familiengericht und die Gewaltschutzambulanz der Charité sehen einen großen Anstieg bei der häuslichen Gewalt und Kindesmisshandlung im ersten Quartal 2020.


7,5 Prozent mehr Verfahren wurden von den Gerichten von Januar bis März 2020 verhandelt, dieses geht aus einem Bericht der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung in Berlin und der Gewaltschutzambulanz der Charité hervor. Was bringen uns die Hilfetelefone, wenn weitere Maßnahmen durch z.B. Jugendämter und Sozialeinrichtungen nicht durchgesetzt werden können, da immer wieder die Corona-Maßnahmen im Wege stehen?


Wir brauchen dringend wieder unsere Schulen und Kindertagesstätten um den Kindern eine sichere Umgebung zu bieten.


Ansprechpartner:


Marcel Stratmann

NRW-Landesvorsitzender der Familien-Partei-Deutschlands

0160-91784960

post@marcelstratmann.de


Dennis Engelmann

Erster Vorsitzender Kinderseelenschützer e.V.

01776947582

dennis.engelmann@kinderseelenschuetzer.de

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