Offener Brief an die Community der Kinderseelenschützer - auch wir sind nicht fehlerfrei!

Sehr geehrte Community der Kinderseelenschützer,


niemand ist fehlerfrei und unfehlbar. Hinter jedem Verein, Unternehmen, Konzern etc. stecken Menschen und Menschen machen Fehler und treffen auch mal falsche Entscheidungen. Wir haben intern die letzte Woche für uns Revue passieren lassen und wir möchten euch gerne die ersten Ergebnisse unserer Reflexion mitteilen:


Was war passiert?


Wir wurden letzte Woche auf einen angeblichen Missbrauch in einer Koblenzer Kita aufmerksam gemacht. Wir haben recherchiert und sind tatsächlich auf einen Medienbericht gestoßen. Wir haben dann entschieden über diesen Fall zu informieren und haben uns hierbei vor allem auf den Presseartikel von "TV Mittelrhein" bezogen.

Am selben Abend haben wir die Information bekommen, dass das Ermittlungsverfahren seitens der Staatsanwaltschaft Koblenz eingestellt wurde. Das hat uns sehr stutzig gemacht und wir haben dann damit begonnen mit einigen Menschen in Kontakt zu treten, darunter auch die Nachbarn der Familie, mit der wir am selben Abend noch telefoniert haben, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen.


Wie ging es dann weiter?


Wir haben auf unseren Social Media Plattformen über die Einstellung des Ermittlungsverfahrens berichtet, unsere Zweifel geäußert und Fragen gestellt!

Wir haben uns das Video der Mutter angesehen - uns im weiteren Verlauf aber nicht mehr weiter darauf bezogen, da wir uns aufgrund der möglichen Fehler bei der Übersetzung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduziert haben. Unsere Frage war, wurde das Mädchen im laufenden Kita-Betrieb missbraucht bzw. hat das Mädchen sexuelle Gewalt in der Kita erlebt?

Diese Frage wollten wir für uns klären und haben unsere Recherchen intensiviert!


Wir haben Aufrufe gestartet, dass wir mit anderen Eltern aus der Kita sprechen möchten. Außerdem haben wir uns mit anderen Aktivisten vernetzt und nach Leuten gesucht, die für uns dolmetschen können. Das alles hat auch recht gut funktioniert und am nächsten Tag (nach unserem ersten Beitrag) stand auch eine Verbindung zum Kindesvater!


Wir haben im Eifer des Gefechts zwei gefährlichen Menschen eine Plattform gegeben: Bilgili Üretmen und Hüseyin Özoguz! Das war uns im ersten Moment gar nicht bewusst - wir haben uns aber im weiteren Verlauf nicht mehr auf die beiden Männer bezogen. Der Schaden war zu dem Zeitpunkt, aber schon entstanden!


Im Hintergrund liefen dann weitere Gespräche und Versuche an Beweise zu kommen!


Am Freitag (23.10.2020) hatten wir bis zu unserem Videostatement folgende Fakten:


  1. Die Kita in Koblenz hat keine Badewanne oder einen großen Duschraum.

  2. Die Kita hat definitiv Wechselwäsche auf Vorrat vor Ort.

  3. Es waren in den letzten Wochen und Monaten nur zwei externe Männer in der Kita. Zum einen war ein Praktikant in der Einrichtung und zum anderen kam regelmäßig ein pensionierter Erzieher in die Einrichtung und hat den Kindern im Gruppenraum vorgelesen - war aber laut den Aussagen anderer Kinder zu keinem Zeitpunkt mit den Kindern alleine.

  4. Die Einrichtung verfügt über einen Multifunktionsraum, der für Bewegungstherapie, aber für Ruhepausen nach dem Mittagessen genutzt wird.

  5. Die Polizei konnte das Mädchen nicht vernehmen, da es nicht mit den Beamten sprechen wollte.


Die Eltern haben ihre Kinder, nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe gegen die Kita ausführlich, befragt.


Welche Informationen haben wir veröffentlicht und welche wurden falsch wiedergegeben?


➡️ Das Mädchen wurde erst sechs Tage später untersucht!


Dieses Gerücht haben wir selber nur aufgegriffen! Das Video von Bilgili Üretmen mit dieser angeblichen Tatsache war VOR unserem Post online! Er hat die Fakten verdreht bzw. verändert!


Denn wir haben nur darauf aufmerksam gemacht, dass der Vater und die Nachbarn uns erzählt haben, dass die Anzeige erst sechs Tage später erstattet werden konnte! Darüber haben wir unsere Community dann informiert, weil wir den Eltern an sich erstmal vertraut haben! Wir haben uns dann in einem weiteren Beitrag auf das Gerücht bezogen, dass wir gehört haben, dass das Mädchen erst sechs Tage später untersucht worden sei.


➡️ Eine russische Familie hat ebenfalls Strafanzeige gegen den Kindergarten wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs ihrer Tochter erstattet.


Diese Information haben wir aus den Kommentaren aufgegriffen und uns dann die Bestätigung vom Vater geben lassen. Wir haben dann diese Behauptung gepostet, damit sich die Familie des Mädchens bei uns meldet. Das ist nicht geschehen!


➡️ Wir haben angegeben, dass wir Beweise hätten!


Das ist schlichtweg FALSCH! Wir haben zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass wir Beweise hätten. Wir wollten Beweise sehen - bis heute haben wir aber keinerlei Beweise zu Gesicht bekommen.


Wie kam es dazu, dass wir uns am Freitag nach außen hin so abrupt von dem Fall distanziert haben und uns festgelegt haben, dass der Missbrauch in dieser Form nicht geschehen ist?


Am Freitag haben sich die Ereignisse auch für uns überschlagen. An sich waren wir über Kontaktpersonen mit dem Anwalt der Familie Ahmed El Gohari im Kontakt. Dieser sagte, dass Beweise erstmal nicht wichtig seien und er am heutigen Freitag die Akte angefordert hat. Er bat auch direkt um finanzielle Unterstützung. Der Anwalt spricht auch nur Englisch und sitzt in Berlin. Für uns ein weiteres Indiz, dass hier etwas nicht stimmte. Denn Beweise waren für uns das A und O!


Auf jeden Fall haben wir dann erstmal veröffentlicht, dass wir jetzt abwarten müssen bis die Akten da sind und wir erstmal nichts weiter zum Fall schreiben werden.


Am Freitagnachmittag haben wir dann eine gute Stunde mit einer Redakteurin der Rhein-Zeitung in Koblenz telefoniert. Mit ihr haben wir über unsere Informationen, Beobachtungen und Erkenntnisse gesprochen. Wir haben von ihr weitere Informationen bekommen, was die Zeitung bisher recherchiert hat. Im Anschluss an dieses Interview haben wir mit einer Kontaktperson gesprochen, die sich sehr gut mit der Thematik hinsichtlich der Türkei und Bilgili Üretmen & Co. auskennt. Sie meinte zu unserem Vorsitzenden nur: "Wo sind Sie da bloß reingeraten?" Die Kontaktperson hat uns aufgeklärt und wir haben begriffen, dass wir uns haben wirklich instrumentalisieren lassen! Sie bestätigte uns die intensiven Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft, sodass wir dann am Ende überzeugt wurden, dass es tatsächlich keine Beweise gibt und alles inszeniert war. Erst zu diesem Zeitpunkt haben wir wieder unseren Fokus auf die Details im Video der Mutter gelegt.


Die Konsequenzen aus diesen Telefonaten war klar: Wir mussten so schnell wie möglich über den Fall aufklären und uns von dieser politischen Propaganda distanzieren, um eben nicht wie andere Beteiligte vom Verfassungsschutz beobachtet zu werden! Wir wollten uns zu keinem Zeitpunkt vor einen politischen Karren spannen lassen!


Wir haben daraufhin ein Video und ein schriftliches Statement veröffentlicht!


Das hat sehr hohe Wellen geschlagen - bis zum heutigen Montag werden wir massiv beleidigt und bedroht!


Welche Fehler haben wir in diesem Fall gemacht?


Wir hätten uns über die anderen Beteiligten in diesem Fall schlau machen müssen und nicht nur oberflächlich schauen müssen, mit wem wir es zu tun haben.


Wir hätten uns auf jeden Fall nicht so klar politisch positionieren und vor allem die Themen Politik und Kinderschutz nicht vermischen dürfen. Wir sind überparteilich und hätten den Fall anders auflösen müssen.


Wir hätten uns vorher etwas mehr schlau machen müssen - bevor wir überhaupt über den Fall berichten. Allerdings konnten wir nicht ahnen, dass die Ermittlungen so schnell eingestellt werden. Das hat der ganzen Sache eine andere Dynamik gegeben.


Wir hätten ruhiger und besonnener reagieren müssen!


Außerdem haben wir fälschlicherweise Tobias Huch öffentlich scharf kritisiert, obwohl er unterm Strich Recht hatte.


Was wir sonst noch zu sagen haben:


Wir haben uns zu jeder Zeit klar von den Drohungen und Beleidigungen distanziert. Der Fall hat eine wahnsinnge Eigendynamik bekommen! Dennoch obliegt es einzig der Staatsanwaltschaft und dem Gericht zu beurteilen, ob wir uns in diesem Fall überhaupt strafbar gemacht haben und nicht einem Carsten Stahl und anderen ominösen Gestalten. Wir haben unserer Ansicht nach keine strafbaren Handlungen begangen!


Wer uns kennt, der weiß, dass es uns einzig und allein um die Kinder geht und nicht um Fame, Likes und Follower!


Wir werden auch zukünftig den Kindern erstmal Glauben schenken und eine Stimme und Lobby geben. Hierbei nehmen wir auch zukünftig Irrtümer in Kauf. Lieber irren wir uns einmal mehr, anstatt ein Kind hinten rüber fallen zu lassen.


Wir haben ein tiefes Misstrauen in den Rechtsstaat. Hierzulande gilt Täterschutz vor Opferschutz und viele mächtige Behörden haben ein großes Interesse daran, dass der Missbrauch und die Misshandlung von Kindern nicht ans Tageslicht kommen. Wir sind eine Anlaufstelle für Menschen, die eine Anzeige gegen ihre Peiniger stellen wollen und vermitteln wichtige Kontakte und bereiten auch die Menschen vor! Generell muss man sich halt darüber im Klaren sein, dass man nicht allzu viel von unserem Rechtsstaat erwarten kann. Wir gehen den Weg mit euch, aber wir machen euch keine falschen Hoffnungen! Das ist unsere Aufgabe. Wenn sich Menschen einer Illusion hingeben wollen, dann sollen sie sich gerne an andere Anlaufstellen wenden. Wir sind ehrlich und direkt und wir sind für euch da!


Glaubt nicht alles was im Internet über uns steht und fragt uns im Zweifelsfall oder fordert die Menschen auf Beweise vorzulegen.


Der Kinderschutz an sich ist eine ehrenhafte Tätigkeit, aber er ist schmutzig und teilweise begegnet man sehr vielen unterschiedlichen kriminellen Energien. Außerdem mögen sich die Akteure im Kinderschutz in der Regel nicht. Es ist ein Haifischbecken, indem keiner dem Anderen etwas gönnt.


In diesem konkreten Fall haben wir Fehler gemacht, dennoch haben wir darüber aufgeklärt, dass es diese Vergewaltigung so nicht gegeben hat. Wir sind in etwas reingeraten, wo wir gar nicht reingeraten wollten! Wir verstehen die Aufregung teilweise nicht. Es hat den Anschein, dass sich Menschen diesen schweren Fall von sexueller Gewalt wirklich gewünscht hätten, um dem Staat einen auszuwischen! Uns ging es um das Wohl des Kindes - anderen nicht! Wir sind froh, dass es diese Vergewaltigung im Kindergarten nicht gegeben hat.


Wir wurden in den letzten Tagen massiv angefeindet - Menschen, die keinen Einblick in den Fall und den internen Prozess hatten, haben sich zu Wort gemeldet und uns angeprangert! Wir gewöhnen uns langsam dran und selbstverständlich machen wir weiter!


Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns unsere Fehler verzeiht und uns zukünftig weiterhin unterstützt.


Mit freundlichen Grüßen,


Dennis Engelmann

1. Vorsitzender Kinderseelenschützer e.V.


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